Ein Buch, das dabei hilft zu verstehen, warum wir sind, wie wir sind – und wie wir dadurch freier, sicherer und authentischer leben können.

Eines der bekanntesten Zitate des Philosophen Ludwig Wittgenstein ist: „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt." Denn wenn ich etwas nicht benennen und ausdrücken kann, kann ich mich auch nicht meiner Umgebung und meinen Mitmenschen verständlich machen. Und so ist es auch nicht verwunderlich, dass die Hauptnutzung von ChatGPT und anderen KI Tools inzwischen psychologische Fragen sind, denn wohl in kaum einem Bereich fehlt uns so sehr die Sprache dafür wie für uns selbst – was fühle ich, warum fühle ich es, warum denke ich das jetzt, warum handle ich so?
Ein sehr wertvolles Buch, das bei diesen Fragen für mich wirklich hilfreich war, ist „Wer wir sind" von Stefanie Stahl. Stahl wurde ja vor allem bekannt durch ihre Bücher zum inneren Kind, sie ist medial sehr präsent und deshalb manchmal auch umstritten. Ich schätze jedoch an ihr besonders, dass sie in ihren Büchern psychologische Zusammenhänge gut verständlich, lesbar und schlüssig erklärt.
„Wie wir wahrnehmen, fühlen und lieben" ist der Untertitel des Buches und so wird im ersten Teil dargelegt, wie wir funktionieren und was die Psychologie darüber weiß. Es geht u.a. um den Sinn des Lebens, unsere psychischen Grundbedürfnisse, Bindung, Autonomie, Selbstwert und Selbstschutzstrategien. Außerdem zeigt die Autorin auf, wie unsere Persönlichkeit, unser Selbstwert und unsere Beziehungsmuster entstehen und vor allem durch frühe Erfahrungen in der Kindheit geprägt sind.
In Teil zwei werden diese Prägungen, Muster und Verhaltensweisen in Form von Protokollen von 13 Therapie-Gesprächen sozusagen in die Praxis übertragen und in Teil drei Lösungsansätze aus der Psychotherapie angeboten. Denn das wurde mir nach der Lektüre dieses Buches deutlich: Wenn wir erkennen, warum wir sind, wie wir sind, können wir freier, sicherer und authentischer leben.